Gartenzimmer

Warum Gartenzimmer?

Eine ohnehin schon kleine Fläche in noch kleinere Einheiten einteilen? Absurd! Was bleibt da für einzelnes Zimmer noch übrig?

Tatsächlich ermöglicht einem dieser Kniff die Gestaltung von übersichtlichen Einheiten mit jeweils eigenem Charakter. Man kann auf die spezifischen Bedürfnisse der Bewohner besser Rücksicht nehmen. Außerdem lässt sich eine kleinere Fläche leichter im Griff halten. Schafft man dazwischen „Wände“ mit „Türen“, kann also der Besucher nicht gleich alles überblicken, entsteht automatisch Neugier, die einen ins nächste Zimmer zieht. Das funktioniert übrigens auch dann noch, wenn man den Garten gut kennt! Und weil die vorhandene Fläche auf diese Weise optimal ausgenutzt werden kann, steigt auch die Anzahl der pflanzlichen und tierischen Mitbewohner erheblich.

In Davids Garten gibt es fünf Gartenzimmer mit einem Teich im Zentrum, die über einen Rundweg miteinander verbunden sind.

Der Teich

Teich im Jahr 2012

Einen Teich im Garten zu haben ist immer gut, nicht nur als Katzentränke, denn hier tummelt sich vielfältiges Leben. Viele Pflanzenarten wachsen nur im oder am Wasser. Daher macht es auch durchaus Sinn, ihn in den Mittelpunkt zu rücken und die anderen Zimmer um ihn herum anzulegen.

Hortensienzimmer

Hortensienzimmer

Dieses Zimmer liegt im Schatten einer hohen Backsteinmauer direkt am Teich. Hier versammeln sich die Gewächse, die keine direkte Sonne brauchen oder wollen. Dazu gehören die bekannten Bauernhortensien, aber auch eine Kletterhortensie und die aus Nordamerika stammende Eichblatt-Hortensie. Es gibt auch einige Farne in diesem Bereich, und natürlich die Riesen: das Elefantenohr, das die Besucher direkt am Eingang begrüßt, und die Teufelszunge.

Weil unter der gesamten Fläche eine Betonplatte liegt, die nicht entfernt werden konnte, wurden die Beete in diesem Bereich mit Schutt aus dem Teichaushub und Erde aufgeschüttet. Viele Pflanzen stehen jedoch in mehr oder minder großen Kübeln, entweder, weil ihnen das Bodenvolumen sonst nicht reichen würde oder sie wegen des Winterschutzes mobil bleiben müssen.

Pavillonzimmer

Pavillon

Dieses Gartenzimmer wird von einem Pavillon aus Eisen dominiert. Es ist einer der wärmsten und trockensten Orte im Garten. Der Pavillon wird von zwei Glyzinien rechts und links vom Eingang sowie einer Clematis zugewuchert.

Hinter dem Pavillon ist der Platz der Baumfarne, die im Schutz der hohen Mauern prächtig gedeihen. Da sie frostempfindlich sind, stehen sie in großen Töpfen. Sie wachsen hier gemeinsam mit ihren krautigen Verwandten und anderen Schattenliebhabern.

Das Gartenbett – scherzhaft „Eremitage“ genannt – gegenüber dem Pavillon liegt hingegen voll in der Sonne. Eine Muskatrebe hat sich über das Dach ausgebreitet und produziert fleißig schmackhafte Trauben. Es ist der Lieblingsplatz, der schon früh im Jahr und bis in den Herbst hinein genutzt werden kann.

Rosenzimmer

Rosengarten

Bei mir waren Rosen immer Sorgenkinder. Bis ich in diesen Garten zog. Vielleicht liegt es am Boden, vielleicht am Klima – egal, meine Rosen lieben diesen Ort. Um die Wiese (kein Rasen!) herum wachsen eine große Strauchrose, zwei Hochstammrosen, einige Beetrosen und zwei riesige Kletterrosen.

Den Unterwuchs könnte man als „very mixed border“ bezeichnen. Auf der Mauerseite vor dem Spalierobst wachsen in einem blau-weiß gehaltenen Beet Artichocken, Rittersporn, Akelei und noch manches andere. Auf der Seite zum Teich hin stehen Storchschnabel und Schaublatt, Richtung Holunder dann hochwüchsige Sonnenhüte und Astern.

Grünes Zimmer

Bei der Anlage der Gartenzimmer war der Holunder mit seiner Krone so ausladend, dass außer Farnen und Funkien nicht viel wachsen wollte. Ein Glücksfall eigentlich, denn viele schattenliebende Arten zeichnen sich weniger durch auffällige Blüten, dafür umso mehr durch unterschiedliche Blattformen und Farben aus.

Gerade die Funkien sind berühmt für eine schier unglaubliche Vielfalt und gedeihen in zahlreichen Variationen überall im Garten. Hier wachsen sie zusammen mit Haselwurz, dem Japanischen Metallfarn und einer Kübelpflanze aus der Gattung Arisaema. Und obwohl es nach dem Schnitt des Baumes deutlich heller geworden ist und sich auch schön Blühendes eingeschlichen hat, bleibt das Zimmer den „Grünen“ gewidmet.

Küchengarten

Küchengarten

Davids Garten ist vieles, aber eines sicher nicht: ein Gemüsegarten. Bei dem, was auf den Teller soll, war ich nie sehr erfolgreich und deshalb beschränkt sich hier das Sortiment auf etwas Salat und ein paar Tomaten.

Aber Kräuter aller Art gibt es dafür reichlich. Vor allem die Klassiker von Rosmarin bis Minze sind gut vertreten. Und das alles in greifbarer Nähe, nahe der Terrasse platziert, denn wer will schon bei Schmuddelwetter bis in die hintere Ecke laufen? Der Ort ist aber auch sonst ideal, denn die meisten Kräuter sind Sonnenanbeter und dieser Bereich bekommt davon besonders viel.