Insekten


Blütenpflanzen und Insekten sind das Dreamteam der Evolution. Ohne die enge Verbindung zwischen den Pflanzen und ihren Bestäubern wäre die Welt von heute ein gutes Stück ärmer.

Die Blüten sind mit ihren vielen Farben und Formen zwar auch für uns attraktiv, aber in erster Linie betreiben die Pflanzen diesen beträchtlichen Aufwand, um diejenigen anzulocken, die ausersehen sind, den Pollen von einem Individuum der Art zum nächsten zu tragen. Das können ganz verschiedene Tierarten sein wie z. B. Vögel, Fledermäuse oder kleine Säugetiere – aber weit vor allen anderen ist es das Heer der Insekten. Die Bindung kann so eng sein, dass das Aussterben des einzigen Bestäubers auch das Ende der Pflanzenart bedeutet.

Erdgeschichtlich ist das Prinzip vergleichsweise jung. Die Blütenpflanzen haben sich erst in der Kreidezeit entwickelt, da waren die Insekten schon “uralt”. Davor gab es nur die Bestäubung durch den Wind, wie es heute noch bei den evolutiv älteren Nadelbäumen vorkommt. Der Nachteil liegt auf der Hand: Diese Art der Bestäubung ist wenig zielgerichtet, weshalb oft große Mengen an Pollen produziert werden, was wiederum viel Energie kostet. Dennoch sind etliche Blütenpflanzen später zur Windbestäubung zurückgekehrt. Beispiele sind die Gräser, aber auch viele unserer heimischen Laubbäume.

Die Insekten nur auf ihre Bestäuberrolle zu reduzieren wäre allerdings eine starke Verkürzung. Der Artenreichtum ist überwältigend und selbst im Garten haben die meisten mit dieser Rolle nichts am Hut. Viele leben im Verborgenen am oder im Boden, unter oder im Totholz, in Mauerritzen usw. Den für uns “sichtbaren” Teil kann man aber deutlich steigern, wenn man die Vielfalt an attraktiven blühenden Stauden und Sträuchern erhöht, Nicht vergessen sollte man auch, dass die Larven (“Raupen”, “Maden”) ganz andere Nahrung bevorzugen als die erwachsenen Tiere. Mir fällt es auch schwer, alljährlich dabei zusehen, wie die raupenähnlichen Larven der Salomonsiegel-Blattwespe meine stattlichen Exemplare kahlfressen, aber ich halte es aus (die Pflanzen im übrigen auch).

Insekten zu fotografieren ist aus naheliegenden Gründen nicht einfach. Die Tiere sind meistens klein, scheu und bewegen sich hektisch. Für richtig gute Aufnahmen braucht man Profi-Equipment, was ich leider nicht besitze. Ich habe alle Aufnahmen mit meinem neuen Handy gemacht. Die Aufnahmen sind sicher nicht perfekt, aber oft erstaunlich und manchmal sogar überraschend: Die winzig kleine unbekannte Verwandte rechts unten auf dem Bild mit der Dickkopffliege habe ich erst bei der Vorbereitung dieses Beitrags entdeckt.

Ein Hinweis: Insekten anhand von Fotos zu bestimmen hat seine Grenzen. Für viele Merkmale müsste man das Tier vor sich haben und genauer untersuchen. Die Artbestimmung ist daher oft unsicher.


Käfer


Gebänderter Pinselkäfer (Trichius fasciatus) auf Blüte der Rose ‘Ballerina’. Die Käfer gehören zu den Rosenkäfern und sind im Sommer häufig auf diesen zu finden. Es gibt mindestens zwei weitere, sehr ähnlich aussehende Arten und die Bestimmung anhand der Aufnahme unsicher.
Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) auf Blüte der Rosenmalve (Malva alcea). Diese Art kam bislang nur im Süden Deutschlands vor. Im Zuge des Klimawandels breitet sie sich nach Norden aus.
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) auf einem von Blattläusen befallenen Blütenstand des Drüsigen Springkrauts (Impatiens glandulifera). Die erwachsenen Tiere ernähren sich, ebenso wie ihre Larven, von Blattläusen.

Schmeißfliegen


Blaue Schmeißfliege (Calliphora vicina) auf einem Efeu-Blatt (Hedera helix). Die Art ist nahezu weltweit verbreitet und auch bei uns eine der häufigsten Fliegenarten. Die Weibchen legen ihre Eier auf Kadavern oder rohem Fleisch ab.
Goldfliege (Lucilia caesar) auf der Blüte von Stapelia grandiflora. Wie nahe verwandte Arten bevorzugt auch die Goldfliege Kadaver zur Eiablage. Stapelien, auf deutsch auch als “Aasblumen” bezeichnet, verbreiten einen auch für menschliche Nasen wahrnehmbaren Geruch und locken damit ihre Bestäuber an, die dort fälschlicherweise einen idealen Platz zu Eiablage vermuten.

Dickkopffliegen


Dickkopffliege (Physocephala rufipes) auf der Blüte des Fallschirm-Sonnenhuts (Rudbeckia nitida). Dickkopffliegen sind eng mit den Schwebfliegen verwand. Die Wespen-ähnliche Zeichnung soll wahrscheinlich Fressfeinde abschrecken. Ihre Larven parasitieren in Hummeln. Das kleine Insekt rechts unten wurde erst bei der Erstellung dieses Artikels entdeckt. Es ist nur wenig mehr als 1 mm groß und lässt sich anhand dieser Aufnahme nicht bestimmen.

Schwebfliegen


Keilfleck-Schwebfliege (Eristalis pertinax) auf der Blüte des Fallschirm-Sonnenhuts (Rudbeckia nitida).
Mistbiene (Eristalis tenax) auf der Blüte des Efeu (Hedera helix). Ihren deutschen Namen verdanken sie ihren Larven, die in wenig appetitlichen Wasseransammlungen wie z. B. in Jauchegruben zu finden sind.

Urbienen


Maskenbiene (Hylaeus hyalinatus) auf der Blüte einer Glockenblumen-Art (Campanula). Die Insekten gehören zu den “Wildbienen” und sind, wie viele ihrer Verwandten, sehr klein (nur wenige Millimeter groß) und schwer zu beobachten. Auffällig ist allerdings die “Gesichtszeichnung”, die bei dieser Art aus zwei weißen Punkten besteht.

Bauchsammlerbienen


Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) im Anflug auf eine Nisthilfe. Die Art gehört zu den häufigsten Wildbienen in unseren Gärten. In ein ihr zusagendes Bohrloch legt sie hintereinander Brutkammern an, die sie mit Pollen und etwas Nektar füllt und in die sie nur jeweils ein Ei ablegt. In den hinteren Kammern entwickeln sich Weibchen, in den vorderen Männchen. Die fertigen Insekten harren bis zum nächsten Frühjahr in ihrer Kammer aus. Dann schlüpfen zuerst die Männchen und geben damit den Weg für die später schlüpfenden Weibchen frei.

Echte Bienen


Westliche Honigbiene (Apis mellifera) auf der Blüte des Fallschirm-Sonnenhuts (Rudbeckia nitida). Honigbienen sind “Nutztiere” und von der Pflege des Imkers abhängig. In Davids Garten sind nicht selten zu Gast, aber bei weitem nicht die häufigsten Blütenbesucher.
Ackerhummel (Bombus pascuorum) an der Blüte des Drüsigen Springkrauts (Impatiens glandulifera). Diese Hummel-Art sieht man häufig auf vielen verschiedenen Blüten im Garten.

Faltenwespen


Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) auf der Blüte des Efeu (Hedera helix). Es gibt mehrere ähnlich Arten, die Bestimmung ist anhand des Bildes ist daher unsicher. Wespen haben einen schlechten Ruf, vollkommen zu Unrecht, denn ihre Rolle im Ökosystem ist sehr wichtig.

Blattwespen


Rübsen-Blattwespe (Athalia rosae) auf Blüte des Efeu( Hedera helix). Die Larven leben auf verschiedenen Kreuzblütler-Arten, darunter auch Nutzpflanzen wie Kohl.