Der Pavillon

Zugegeben, Gartenpavillons haben etwas Trutschiges. Aber zu Davids Garten gehört ein solcher unbedingt dazu.



Die rechte hintere Ecke des Gartens, also dort, wo bei der ersten Besichtigung noch ein kleines Holunderwäldchen stand, gehört zu den sonnigsten und wärmsten Stellen im Garten. Die Mauer zum Nachbargrundstück ist hier zwar auch gut 4 m hoch, aber im Sommer schaut die Sonne da locker drüber und andere Hindernisse gibt es nicht.

Ideen, die Fläche zu gestalten, gab es einige. Sie wäre zum Beispiel ausreichend groß für ein Gartenhaus gewesen. Die Sinnhaftigkeit dieser Hütten unweit der eigenen Behausung hatte sich mir aber leider nie wirklich erschlossen. Ein hippes Designprodukt, wie es sie ja durchaus auch gibt, hätte ich mir schon eher vorstellen können. Unter der Bezeichnung ‘Nomad Homes’ findet man echt coole Entwürfe. Aber der Preis machte da schnell einen Strich drunter.

Ein Pavillon hingegen ist deutlich günstiger zu haben . Er bietet zudem einen Freiluftsitzplatz mit Sonnenschutz (wenn zugewachsen) und eine weitere Möglichkeit, schöne Gewächse zu präsentieren. Mir schwebte da vor allem Blauregen (Wisteria sinensis) vor, wie er vor allem in Südfrankreich genutzt wird, um Pergolen und Pavillons zu beranken. Die Suche nach einem passenden Modell gestaltete sich dennoch schwierig, denn die Preis- und Qualitätsunterschiede waren enorm. Als ich dann zufällig im Baumarkt einem schönen, etwas verschnörkelten und dazu noch preiswerten Exemplar aus rostendem Eisen begegnete, war die Sache entschieden. Es handelt sich natürlich nicht um massives Eisen (das ließe sich aufgrund des Gewichts kaum transportieren), sondern um Hohlprofile. Die werden früher oder später durchrosten, aber ich hoffe sehr, dass er noch eine Weile durchhält.

Der Pavillon hat einen Durchmesser von 3 m. Das ist ausreichend für 6 Personen um einen runden Tisch, ein halber Meter mehr würde aber auch nicht schaden. Zunächst wurde ein rundes Fundament aus Pflastersteinen gemauert. Das schafft einerseits Stabilität und sorgt zudem für Abstand zum (feuchten) Boden, der das Metall noch schneller korrodieren lassen würde. Der Aufbau hatte seine Tücken. Alleine hätte ich das nicht geschafft.

Am schönsten war natürlich das Bepflanzen. Wir erinnern uns: Mehr ist mehr! Neben zwei Wisterien (eine hätte locker gereicht, aber wegen der Symetrie rechts und links vom Eingang … ) wurde eine Clematis montana ‘Rubens’, eine weitere Clematis (Clematis viticella ‘Prince Charles’), ein Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides) und schließlich die wunderbar nach Pfirsich duftende Rose ‘Abraham Darby’ gesetzt. Ich hätte selbst auch darauf gewettet, dass es zu einem rigorosen Verdrängungswettbewerb kommen würde. Stattdessen, nach mehr als 5 Jahren, sind alle Pflanzen noch da. Der Blauregen teilt sich mit Clematis ‘Rubens’ das Dach – wobei die Clematis deutlich dominanter ist, wer hätte das erwartet? – und die anderen besetzen die diversen Stützen. Der (falsche) Jasmin und die Rose hüllen den ganzen Bereich zur Blütezeit mit ihrem Duft ein.

Die Bauarbeiten

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