Gefleckter Aronstab


Pflanzen sind immer so warm wie ihre Umgebung, denkt man. Das stimmt meistens, aber der Gefleckte Aronstab ist eine Ausnahme. Er hat eine eingebaute Heizung, mit deren Hilfe er seine Bestäuber in die Falle lockt.

Das Phänomen bezeichnet man als pflanzliche Thermogenese. Dabei werden über einen biochemischen Prozess energiereiche Moleküle wie z. B. Stärke abgebaut und in Wärme umgewandelt. Meistens geht es dabei um das Anlocken der jeweiligen Bestäuber, denn Duftstoffe verbreiten sich mit Wärme deutlich schneller. Es heizt sich also nicht die gesamte Pflanze auf, sondern lediglich ein bestimmter Teil. Beim Gefleckten Aronstab ist es die dunkle Verdickung der Blütenstandsachse (s. Foto). Sie ist umgeben von einem großen Hochblatt, der sogenannten Spatha, die in ihrem unteren Bereich einen Kessel bildet, der die männlichen und weiblichen Blüten umschließt. Fallen die Bestäuber, winzige Insekten aus der Familie der Schmetterlingsmücken, auf den Duft herein, werden sie für eine kurze im Kessel gefangen gehalten, bis die Bestäubung vollzogen ist. Die wieder Freigelassenen nehmen dann an ihrem Körper den Pollen mit und wer Pech hat steuert gleich die nächste Falle an.

Der Gefleckte Aronstab gehört zur großen Familie der Aronstabgewächse, die mit einigen Tausend Arten vor allem in den Tropen verbreitet ist. Dazu gehören bekannte Zimmerpflanzen wie das Fensterblatt oder die Anthurien. Weitere Vertreter in Davids Garten sind z. B. die Alokasie und die Teufelszunge.


Deutscher Name:Gefleckter Aronstab
Wissenschaftl. Name:Arum maculatum L.
Familie:Araceae (Aronstabgewächse)

Kolben mit umgebendem Hochblatt (Spatha)