Wunderblume


Das „Wunder“ der Wunderblume besteht zuallererst in den wunderschönen Blüten, aber auch darin, dass sie sich für keine Blütenfarbe entscheiden mag.

Ein wirklich spannendes genetisches Phänomen! Meine Pflanze ist, wie das Foto zeigt, eine Mischung aus Gelb und Pink. Dabei sind nur einige Blüten rein gelb oder rein pink, die meisten sind auf irgendeine Art gesprenkelt. Dabei kann man im Vorhinein nicht sagen, wie die Blüte ausfällt. Meine Mutter beschwerte sich, dass ihre Pflanze nur gelb blühen würde. Im nächsten Jahr war sie überwiegend pink.

Im englischen Sprachraum nennt man die Wunderblume auch „Four O’Clock Flower“, weil sich die Blüten erst am Nachmittag öffnen und dann bis in die Nacht hinein einen angenehmen, süßen Duft verströmen. Der Zweck ist es, Nachtfalter anzulocken, die in ihrer Heimat Mittel- und Südamerika die Bestäubung übernehmen. Bei uns wird sie vermutlich vergeblich auf Besuch warten, denn die Schmetterlinge müssen einen sehr langen Saugrüssel besitzen, um bis zum Grund der schmalen Kelche zu gelangen, wo der Nektar wartet.

In der Pflege ist die Wunderblume unkompliziert. Weil sie frostempfindlich ist, hält man sie am besten als Kübelpflanze. Nach dem Austrieb wächst sie – mit ausreichend Wasser und Dünger – rasch auf über einen Meter Höhe und zeigt im Hochsommer die ersten Blüten. Im Herbst schneidet man sie ganz herunter und packt den Topf in den Keller. Gießen ist während der Winterruhe nicht ratsam, dann könnte die Knolle im Boden faulen.


Deutscher Name:Wunderblume
Wissenschaftl. Name:Mirabilis jalapa L.
Familie:Nyctaginaceae (Wunderblumengewächse)