Überwinterungszelt


Im Winter 2020/21 wurde das Überwintern einem Härtetest unterzogen: – 8 °C zeigte das Thermometer nahe der Hauswand.

In den Vorjahren hätte man auf den Aufwand fast ganz verzichten können. In manchen Wintern gab es nicht eine einzige Frostnacht. Aber auch wenn es immer milder wird: Das Rheinland wird wohl noch auf viele Jahre ein Frost-Risikogebiet bleiben.

Die meisten Kübelpflanzen machen dabei kaum Probleme. Sie werden im Herbst zurückgeschnitten (z. B. die Engelstrompete) oder überdauern als Knollen (z. B. Dahlien). Sie wandern also einfach in den Keller. Schwieriger ist es mit Gewächsen, die gerne ihre Blätter behalten würden. Dazu gehören die beiden – inzwischen recht stattlichen – Baumfarne (Cyathea cooperi), das Zitronenbäumchen (Citrus x limon), die Pomeranze (Citrus x aurantium) und nicht zuletzt die Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus).

Bewährt hat sich dabei das Überwinterungszelt. Es hat eine Höhe von ca. 2 m bei einem Durchmesser von 2.40 m und besteht aus einer Gewächshausfolie über einem zusammensteckbaren Rohrrahmen. Um den Innenraum sicher frostfrei zu halten, werden zusätzlich ein Heizlüfter und ein Thermostat benötigt, die ich mir im Gewächshausbedarf besorgt habe. Trotzdem bildet sich bei etwas stärkeren Frösten eine Eisschicht auf der Innenseite der Folie. Man sollte daher auf etwas Abstand zur Zeltwand achten. Wenn einzelne Blätter abfrieren ist das für die Pflanzen in der Regel aber gut verschmerzbar.

Ich habe das Zelt seit mittlerweile 9 Jahren und es zeigt, außer an den Reisverschlüssen, kaum Verschleisserscheinungen. Es hat all die Jahre gut funktioniert, aber dennoch hätte ich in einem der ersten Winter beinahe alle Insassen verloren. Und das paradoxerweise nicht durch Kälte. Ich hatte den Fehler begangen und einen Platz als Standort ausgesucht, der an klaren Wintertagen ein bisschen Sonne abbekam. Das reichte, um die Temperatur drinnen binnen kurzer Zeit auf über 30 °C zu katapultieren. Seither steht es immer im Dauerschatten, wie z. B. im Pavillon.