Baumdahlie


Hier das Update zur Baumdahlie: Sie blüht!

Okay, es ist erst eine Blüte (halb) auf. Und ausgerechnet in diesem Jahr droht leider ein früher Frost, anders als im letzten, wo es im milden Innenhof-Klima keine einzige Frostnacht gab.

Aber wir wollen nicht meckern. Dafür, dass es kaum Berichte gibt, dass Baumdahlien in Deutschland überhaupt zum Blühen kommen, sind wir doch ziemlich weit gekommen. Die Pflanzen stammen aus Mexico und blühen auch dort erst im späten Herbst. Bei uns ist es dann in der Regel zu ungemütlich, aber wenn es nicht zu früh friert kann es offenbar klappen.

Es war einst in einem Park auf Teneriffa, als ich ihr das erste Mal begegnet bin. Die Pflanze war zurückgeschnitten, aber die Kinderarm-dicken Strünke waren beeindruckend genug. Ich habe mir dann eine Knolle aus einer englischen Gärtnerei schicken lassen, aber der schwache Austrieb ging bald ein. Beim zweiten Versuch 2019 funktionierte es besser. Im Überwinterungszelt blieb sie zwar nicht grün, aber beim Umtopfen im Frühjahr zeigte sich, dass die Knolle schon in dem einen Jahr größer geworden war als jede, die ich bis dato gesehen hatte. Und so war dann auch der Austrieb fulminant: Innerhalb weniger Wochen – und mit reichlich Dünger unterstützt! – schoss sie förmlich in die Höhe, mit kräftigen Stengeln und weit ausladenden Blättern. Jetzt, im späten Herbst, hat die Pflanze unglaubliche 4,5 m Höhe erreicht.


Deutscher Name:Baumdahlie
Wissenschaftl. Name:Dahlia imperialis ROEZL ex ORTGIES
Familie:Asteraceae (Korbblütler)

Hier der 2020-Count-down bis zur Blüte.

11. Juni 2020: Sie schießt in die Höhe

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Stoehr_Dahlia-imperialis_2020-01-1024x576.jpg

Ich liebe großblättrige Stauden! Und die Baumdahlie erfüllt diesbezüglich alle Erwartungen. Es bilden sich jetzt in rascher Folge neue Blattetagen. Knapp 2 Meter Höhe hat sie schon geschafft.

01. November 2020: Sie blüht! (vielleicht)

Ich nehme alles zurück! Als ich den Artikel im Juni zum ersten Mal geschrieben hatte war ich noch sehr skeptisch. Aber jetzt sieht es doch so aus, als könnte sie es bis zur Blüte schaffen. Die beiden Triebe sind inzwischen gut 4 m hoch und bilden Knospen. Wenn sie sich noch öffnen sollten, haben wir es wahrscheinlich nur dem extrem milden Herbstwetter in diesem Jahr zu verdanken. Von unten verkahlen die Pflanzen jetzt schnell. Eine Blattetage nach der anderen wird gelb und fällt ab.

28. November 2020: Die Blüten öffnen sich, aber es droht Frost

Hätte es nicht noch ein paar Tage mild bleiben können? Die Blüten öffnen sich, aber alles geht furchtbar langsam voran. Für die kommende Nacht sind -2 °C vorausgesagt, aber im Innenhof-Klima ist es immer 2 – 3 °C wärmer. Könnte knapp werden. In der darauf folgenden Nacht sollen es aber -4 °C werden, dann friert es auch hier. Somit habe ich mich schweren Herzens entschlossen, einen Versuch zu wagen und die Dahlie auf den Boden gelegt. Dort friert es in den ersten kalten Nächten des Winters in der Regel nicht. Für die nächsten Tage sind etwas höhere Werte angekündigt, dann kann ich sie wieder aufrichten.

30. November 2020: Der Frost hat zugeschlagen

Der Versuch ist gescheitert. Obwohl es wahrscheinlich nur knapp unter Null ging waren die Blätter am Morgen Frost-geschädigt. Eine Brugmansie, die ebenfalls noch draußen stand, hat es deutlich besser überstanden. Ich habe die Triebe dann schweren Herzens abgeschnitten und den Topf in den Keller geräumt. Die Knolle hat es hoffentlich nicht erwischt.